
Schloss
Geschichte
Zwischen 1744 und 1753 erhielt das Potsdamer Stadtschloss nach Plänen von Georg Wenceslaus von Knobelsdorff seine endgültige äußere Gestalt. Die Innenräume gehörten neben Sanssouci und Charlottenburg zu den Höhepunkten des friderizianischen Rokoko. Durch die häufige Anwesenheit der Monarchen vom Großen Kurfürsten bis zu Friedich Wilhelm III. war das Potsdamer Stadtschloss über lange Phasen das Zentrum des Preußischen Staates. Friedrich der Große bewohnte das Stadtschloss in seiner Regierungszeit im Winterhalbjahr. Zwischen 1799 und 1802 ließen Wilhelm III. und Königin Luise einige Räume im Westflügel umgestalten. Sie gehörten „zu dem Besten und Originellsten, was die Wende des 18. Jahrhunderts erzeugt hat.“
Danach wurde das Stadtschloss kaum mehr verändert. Nach 1918 diente es als Museumsschloss, beherbergte die Stadtverordnetenversammlung, Teile der Stadtverwaltung und Dienstwohnungen.
Bei dem Bombenangriff auf Potsdam am 14.04. 1945 brannte das Schloss aus. Sämtliche Planungen danach sahen selbstverständlich einen Wiederaufbau vor, auch die Statik des Gebäudes war intakt geblieben. Diese langjährigen Planungen verschleierten aber nur die grundsätzliche Absicht: sämtliche Erinnerungen an die preußische Geschichte sollten aus der Mitte Potsdams für immer getilgt werden.
1959 fiel der Beschluss im Ost-Berliner Politbüro, das Potsdamer Stadtschloss zu beseitigen und am Ende des Jahres begannen die Sprengungen.
Kurz vor dem barbarischen Akt fasste damalige Schlösserdirektorin Prof. Dr. Margarete Kühn die massiven Proteste so zusammen: „Wenn es wirklich geschieht, dass das Potsdamer Stadtschloss dem Erdboden gleichgemacht wird, so ist eine der schönsten Städte Deutschlands auf immer heillos verarmt, weil ihr geschichtliches und künstlerisches Dasein im Innersten getroffen ist“.
Genau das geschah.
Seitdem herrscht in Potsdams Mitte trostlose Leere.
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